Wasseranalytik: Wasser - unser Lebenselixier
Wasser ist nicht steril, Wasser lebt. Wir waschen uns damit, wir trinken es, nichts beeinflusst unsere äußere und innere Körperflora – und damit auch unser Wohlbefinden – so sehr wie unser Wasser. Und es stimmt: Osttirol verfügt über hervorragendes Quellwasser. Wir können es in seinem natürlichen Zustand ohne Aufbereitung verwenden – viele Gebiete der Welt sind nicht so glücklich.
Trotzdem: Das heißt nicht, dass es in allen Fällen mikrobiologisch auch tatsächlich unbedenklich ist. Das hängt von vielen Faktoren ab: Wie die Quellen gefasst sind, wie die Leitungen beschaffen sind, wie das Warmwassersystem betrieben wird usw. Bakterien sieht man nicht, riecht man nicht und schmeckt man nicht. Nur eine mikrobiologische Untersuchung zeigt, ob alles in Ordnung ist oder nicht. Ähnlich wie das Pickerl beim Auto oder beim Feuerlöscher muss auch das Wasser – Trinkwasser und Warmwasser – daher regelmäßig untersucht werden.
Jeder. Die österreichische Norm sieht vor, dass jedes Warmwassersystem kontrolliert werden muss. Die Frequenz hängt von der Gebäudenutzung und vom Befund ab, im Schnitt müssen medizinische Einrichtungen zweimal jährlich, Schulen, Kindergärten, Hotels, Sportanlagen, öffentliche und betrieblich genutzte Gebäude jährlich überprüft werden. Das minimiert nicht nur das Risiko von Erkrankungen sondern auch von anderen Problemen. Unterlässt man die Kontrollen kann z.B. ein Mieter oder Gast auch eine Wertminderung geltend machen.
Eine Wasseruntersuchung ist essenziell, um sicherzustellen, dass das Wasser in Ihren Anlagen keine gesundheitsschädlichen Keime enthält. Mikroorganismen wie Legionellen, Pseudomonaden oder Amöben können sich in Wasserleitungen bilden und bei unzureichender Kontrolle ernsthafte Erkrankungen verursachen. Durch regelmäßige Tests können Sie frühzeitig Risiken erkennen, vorbeugen und Ihren Gästen sowie Mitarbeitern ein Höchstmaß an Sicherheit bieten. Zudem erfüllen Sie gesetzliche Vorgaben und vermeiden mögliche rechtliche Konsequenzen im Falle eines Infektionsfalls.
Ja, das ist gesetzlich vorgeschrieben. Die Tiroler Bauordnung und die ÖNORM B1921 fordern, dass Wasseranlagen so betrieben werden, dass keine Gesundheitsgefahren entstehen. Das bedeutet, dass Sie regelmäßig mikrobiologische Kontrollen durchführen lassen sollten, um sicherzustellen, dass keine gefährlichen Keime in Ihren Wasserleitungen vorhanden sind. Besonders nach Umbauten, längeren Betriebsunterbrechungen oder bei Änderungen im System ist eine Erstuntersuchung notwendig.
Die Erstuntersuchung bei Inbetriebnahme der Anlage erfolgt durch den Installationsbetrieb, der ein mikrobiologisches Gutachten vorlegt. Als Betreiber sind Sie für die Folgeuntersuchungen verantwortlich, also für die regelmäßigen Kontrollen, die Überwachung der Betriebstemperatur und die Dokumentation der Messergebnisse. Diese Maßnahmen sind notwendig, um die Einhaltung der Hygienevorschriften sicherzustellen und im Falle von Beanstandungen nachweisen zu können, dass Sie alles getan haben, um die Wasserqualität zu gewährleisten.
Legionellen sind Bakterien, die gerade im warmen Wasser sehr gut gedeihen. Sie vermehren sich zwischen 15 und 55°C, erst bei Temperaturen über 72°C werden sie abgetötet. Wer die Warmwassertemperatur auf unter 55°C senkt, gibt den Legionellen – aber auch anderen wärmeliebenden (der Fachmann sagt thermophilen) Bakterien – in seinen Leitungen eine Heimat. Legionellen können äußerst schwere Lungenentzündungen verursachen, die häufig tödlich enden – vor allem, weil Legionelleninfektionen schwer nachweisbar sind und nur auf wenige Antibiotika ansprechen.
Pseudomonaden sind extrem anspruchslos, vermehren sich bei entsprechender Anpassung zwischen 4-50°C und können jede Oberfläche besiedeln. Sie sind sowohl ein technisches als auch ein medizinisches Problem: Ein technisches, weil sie die Entwicklung von Biofilmen beschleunigen und Leitungen beschädigen, indem sie z.B. Eisen mobilisieren, ein medizinisches, weil sie gegen viele Antibiotika resistent sind und eine Reihe von Infektionen verursachen können: Langwierige Infektionen der Atemwege durch Pseudomonaden (chronische Bronchitis) kommen öfters vor und können vor allem bei Menschen mit einer vorgeschädigten Lunge einen gefährlichen Verlauf nehmen. Problematisch sind sie auch, wenn sie Wunden infizieren. Alte Menschen mit chronischen Ulcera (= tiefreichender Gewebeschaden an Haut oder Schleimhaut), die immer wieder infiziert sind und schlecht heilen, sollten daran denken. Alte Personen, Kleinkinder und Personen mit eingeschränktem Immunsystem sind auch hier besonders anfällig. Allerdings sind Pseudomonaden nicht nur für den Menschen ein Problem: Auch die Weichfäule bei Pflanzen kann von diesen Bakterien verursacht werden.
Ein Biofilm ist eine dichte Schicht aus Mikroorganismen, die sich an den Innenwänden von Wasserleitungen bildet. Er besteht aus Bakterien, Amöben, Kieselalgen und anderen Mikroorganismen, die sich in feuchten, warmen Umgebungen ansiedeln. Besonders in Bereichen mit Temperaturen zwischen 25-55°C und längeren Standzeiten können schädliche Keime wie Legionellen oder Pseudomonaden in diesem Biofilm gedeihen. Da man den Biofilm meist nicht sieht, ist eine mikrobiologische Untersuchung notwendig, um festzustellen, ob sich gefährliche Keime darin befinden und um geeignete Maßnahmen zur Eindämmung zu ergreifen.
Wenn Sie eine Untersuchung beauftragen, schicken wir einen geschulten Fachmann zu Ihnen vor Ort. Gemeinsam legen wir die Anzahl der Proben fest, die je nach Gebäudetyp und System variieren kann. Der Probenentnahmeprozess dauert nur kurze Zeit. Nach etwa zwei Wochen erhalten Sie einen detaillierten Bericht, der die Ergebnisse erklärt, mögliche Risiken aufzeigt und Empfehlungen für Maßnahmen enthält. Getestet werden unter anderem die Koloniezahl bei verschiedenen Temperaturen, Pseudomonas aeruginosa, Legionellen sowie die Zusammensetzung des Biofilms.
Die Vollanalyse (technische Messungen, Laboranalyse, Keimidentifizierung und Risikobewertung) kostet 100 Euro pro Probe. Die Anzahl der Proben hängt vom System und der Zahl der Entnahmestellen ab (Duschen, Waschbecken etc.). Bei Systemen ohne Zirkulation: mindestens 3 Proben; bei Systemen mit Zirkulation: mindestens 4 Proben. Zusätzlich wird die Zeit für die Probenentnahme, die Anfahrtszeit und die Erstellung eines umfassenden Hygieneberichts, inkl. Handlungsempfehlung, in Rechnung gestellt. Gerne machen wir Ihnen ein individuelles Angebot. Die Untersuchungskosten sind steuerlich absetzbar.
Durch regelmäßige mikrobiologische Untersuchungen nach ÖNORM B1921 erfüllen Sie Ihre Sorgfaltspflicht als Betreiber. Frühzeitige Erkennung einer ungünstigen Biofilmentwicklung ermöglicht einfache Gegenmaßnahmen, bevor kritische Keime wie Legionellen oder Pseudomonaden nachweisbar werden oder jemand erkrankt. Ein Zertifikat belegt, dass Ihr Wasser in Ordnung ist, und gibt Ihnen sowie Ihren Gästen Sicherheit. Unser Gutachten dient Behördenvorlagen und kann positives Bild in Bewertungen in sozialen Medien unterstützen.
Unsere sinnvollen Zusatzprüfungen erstrecken sich über vier weitere Bereiche:
- Raumlufttechnik, Rückkühlanlagen und Luftbefeuchter
- Waschmaschinen
- Spülmaschinen
- Dosierautomaten für Reinigungs- und Desinfektionsmittel
Nutzen Sie kostengünstige Checks, um einen hygienischen Standard gegenüber Behörden, Zertifizierern, Qualitätssicherungen und Gästen nachzuweisen. Beispiele unserer Untersuchungsmethode, Durchführung, Kriterien und Kosten (inkl.) finden Sie in unserer Broschüre auf Seite 10.
Ja. Hierbei handelt es sich um eine rein mikrobiologische Untersuchung, in Form eines Privatgutachten. Der Untersuchungsumfang beinhaltet die Parameter Koloniebildende Einheiten bei 22°C und 37°C, Escherichia coli + coliforme Bakterien, Clostridium perfringens, Enterokokken und Pseudomonas aerigunosa.