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Winterzeit ist Virenzeit

Brief aus der Hausarztpraxis: 

Damit man gut durch die Saison kommt und vor allem vom Arztbesuch nicht mit einer anderen Krankheit heimgeht, sollte man ein paar Punkte beachten:

Mit Erkältung zum Arzt? Nicht jeder Infekt muss vom Arzt behandelt werden.
Aber: Wer folgende Symptome aufweist sollte jedenfalls seinen Hausarzt konsultieren:

  1. Länger als zwei Tage Fieber >38° oder Verschlechterung des Gesamtzustandes ab dem 3. Krankheitstag
  2. Starke Kopf- oder Halsschmerzen, steifer Hals, Lichtscheu, Probleme beim Schlucken
  3. Starker, anhaltender, schmerzhafter Husten, wenn er von Auswurf begleitet ist
  4. Atemnot, Kurzatmigkeit oder Schmerzen im Brustkorb, besonders bei Belastung
  5. Bei allen Formen von Kreislaufproblemen
  6. Bei anhaltender Übelkeit, besonders wenn Sie mehrfach erbrechen
  7. Bei bestehenden chronischen Krankheiten
  8. Wenn die Beschwerden länger als eine Woche anhalten oder immer wiederkehren

Bei Atemnot, Synkopen, Vigilanzminderung oder neurologischen Symptomen ist sofort der Arzt, ggf. der Notarzt beizuziehen.

Sicher in der Arztpraxis: Bei einer Untersuchung in der Praxis stehen besser Möglichkeiten zur Abklärung und Therapie zur Verfügung als bei Visiten– Blutbild, Entzündungsparameter oder Röntgenuntersuchungen können am Krankenbett nicht durchgeführt werden.

Allerdings sollte man beim Betreten der Praxis eine gutsitzende Maske ohne Ventil tragen und die Assistentin bei der Aufnahme sofort auf den Infekt hinweisen. Sie werden dann entweder vorgereiht, in einen gesonderten Wartebereich geführt oder warten im Auto und werden telefonisch aufgerufen. Bitte setzen Sie sich nicht zu anderen Patienten ins Wartezimmer, schon gar nicht ohne Maske!

Gezielte Therapie: Ungezielte Antibiotikageben („Herr Dokta, ich brauch an Antibiotika und a Kronkmeldung!“) sind meist nicht zielführend, mitunter gefährlich und auf lange Sicht schädlich. Auch ein leicht erhöhtes CRP rechtfertigt keine ungezielte Antibiose. Ausnahmen gibt es bei vorbestehenden Grundkrankheiten bzw. Risikokonstellationen und klarer Befundlage. Eine (kostenpflichtige) mikrobiologische Abklärung kann sinnvoll sein um gezielt zu therapieren, das Zusammenwirken mehrerer Erreger zu erkennen oder langfristige Besiedelungen mit fakultativen Pathogenen zu erkennen – denn diese verstärken oft banale Infektionen und drücken sie über die Wahrnehmungsgrenze („I bin dauernd kronk! Mi dawischts ollbn!“).

Das Durchführen von (ebenfalls kostenpflichtigen) Schnelltests auf Corona oder Influenza ist weniger sinnvoll, da in diesen Fällen Koinfektionen bzw. Besiedelungen notwendigerweise übersehen werden.

Umgebung schützen! Wenn man das Pech hat, krank zu werden sollte man andere Menschen nicht anstecken. Es ist sinnvoll, bei Fieber zu Hause zu bleiben (am besten im Zimmer) und bei Husten oder Schnupfen eine gutsitzende Maske ohne Ventil zu tragen (keine, die man hinter den Ohren fixiert), Händedesinfektonsmittel zu benutzen und Menschenansammlungen zu vermeiden, einschl. öffentliche Verkehrsmittel.

Impfen? Auch wenn es manche nicht gerne hören: Impfungen sind der beste Schutz und die beste Stärkung des Immunsystems. Diese gibt es beim Hausarzt oder beim Impftag und es tut nicht weh, sich diesbezüglich beraten zu lassen. Sie können sicher sein: Ihr Hausarzt kennt Sie und kennt sich bei Impfungen besser aus als die Nichte der Nachbarin oder der TikTok Influencer. Letztendlich entscheiden ohnehin Sie, was passiert. Das setzt aber voraus, dass sie über ihre persönlichen Vorteile und Risiken aufgeklärt wurden.

Vorbeugen? Der zweitbeste Schutz ist regelmäßiger, mäßig belastender dynamischer Sport im Ausdauerbereich wie Langlaufen oder Skitouren gehen. Wenig Stress, ausreichend Schlaf, ein angenehmes, nicht zu trockenes Raumklima und regelmäßiges Stoßlüften hilft ebenfalls, banale Infekte unter der Wahrnehmungsschwelle zu halten. Grundkrankheiten wie Diabetes oder Herzinsuffizienz gehören eingestellt. Vitamine und Spurenelemente brauchen Sie allerdings nur, wenn ein entsprechender Mangel besteht. Sie sind nicht zwangsläufig gesund, Übersubstitutionen sind auch nicht gut. Grundkrankheiten wie Diabetes oder Herzinsuffizienz gehören eingestellt. Vitamine und Spurenelemente brauchen Sie allerdings nur, wenn ein entsprechender Mangel besteht.

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